Königspython

Allgemein

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Königspython streckt sich über weite Teile Afrikas. Es ist eine nachtaktive Schlange, die den Tag vorwiegend in Höhlen bzw. verlassenen Termitenhügeln zu finden ist.
Seine natürliche Nahrung ist hierbei sehr abwechslungsreich und beinhaltet laut einer durchgeführten Studie in Nigeria Vögeln sowie auch Säugetiere.
Der Python regius wird oft als "Einsteigerschlange" verkauft da er in der Regel eine sehr ruhige Schlange ist, die sich nur selten aggressiv verhält. Im Gegenteil, droht ihm Gefahr rollt er sich zu einem kleinen Ball zusammen und versucht seinen Kopf in diesem Ball zu schützen. Vermutlich kommt auch daher der englische Name "ballpython".
Aber trotz seines eher ruhigen Wesen ist er, auch wenn er als solche verkauft wird, nur bedingt als Einsteigerschlange geeignet. Der Python regius ist sehr stressanfällig und quittiert Haltungsfehler oder anderen Stress häufig mit Fressverweigerung. Daher auch oftmals von langjährigen Halter der Spruch "Typisch Köpy, dennoch lieben wir sie" :)
Wenn man seine Haltungsparameter einhält, sind Nachzuchten sehr dankbare Schlangen, an der man viel Spaß haben kann. Man darf aber nicht erwarten, dass im Terrarium Highlife sein wird - es ist eben eine nachtaktive und ruhige Schlange, die in der Regel nicht wie eine Natter herumflitzt.
Dies gilt allerdings nicht für Wildfänge oder Farmzuchten. Diese, auch wenn sie teilweise bereits für 10€ gekauft werden können, bereiten sogar erfahren Halter öfters Schwierigkeiten.

Haltung

In den letzten Jahren hat man zum Glück einiges über die Haltung dazugelernt und man konnte die Haltung optimieren. Ob man in nächster Zeit wieder neue Erkenntnisse gewonnen werden und damit eine noch bessere Haltung erzielen kann steht noch in den Sternen.

Zur Zeit gibt es zwei Haltungsarten die sehr verbreitet sind. Davon hat jede Haltungsart aber auch seine Vor- wie auch Nachteile.

Terrarium:

Der Vorteil eines Terrariums liegt klar auf der Hand. Schön eingerichtet, kann ein Terrarium ein Blickfang für jedes Wohnzimmer werden.
Jungtiere sollten in einem kleinen Terrarium aufgezogen werden. Der Königspython ist sehr sicherheitsbedürftig und vorwiegend Jungtiere fühlen sich in einem zu großem Terrarium unsicher bzw. gestresst. Dies kann sich in einem schlechten Fressverhalten bis zur kompletten Nahrungsverweigerung auswirken.
Aber auch größere Pythons können während der Eingewöhnungsphase ein schlechtes Fressverhalten haben, dass sich aber in der Regel nach einer gewissen Zeit legt.

Rack:

Racks sind eine sehr umstrittene Angelegenheit und viele haben darüber eine andere Auffassung.
Der Nachteil der Racks ist, dass das Tier gezwungen wird in einer Schublade zu leben. Allerdings haben die Erfahrungen gezeigt, dass die meisten Tiere ein gutes Fressverhalten zeigen und sich anscheinend wohl fühlen. Aber auch hier gibt es Ausnahmen, wenn auch nur wenige, die in Racks nicht zufrieden sind. Genauso sind Racks leichter zu reinigen als ein Terrarium und sind damit hygienischer.
In der Natur leben Königspython vorwiegend in Höhlen und verlassene Termitenhügeln und verlassen nur zur Nahrungsaufnahme und während der Paarungszeit ihre schützende Höhle. Mit den Racks versucht man eben dieses Lebensumeld zu kopieren.

Ob jemand Racks verwenden will oder nicht muss jeder für sich selbst entscheiden - und natürlich auch die gesetzlichen Haltungsbestimmungen einhalten. Nicht überall ist die Rackhaltung erlaubt!
ABER: die Rackhaltung stellt an den Halter eine besondere Anforderung. Einem Anfänger ist diese Art der Haltung unserer Meinung nach nicht zu empfehlen da man hier ein gutes Auge für seine Tiere haben muss und unbedingt regelmäßig in jedem Rack nach seinen Tieren sehen muss.

Terrarack:

Ein Terrarack stellt eine Mischung aus Terrarium sowie auch Rack dar.
Es handelt sich hierbei in der Regel um ein normales Terrarium unter dem aber noch eine Schublade im Racksystem verbaut ist. Mit einem Durchgang vom Terrarium in die Rackschublade steht es dem Tier frei zu entscheiden ob es im Terrarium oder dem Rack sein will.
Es verbindet somit die Vorteile von beiden Haltungsarten und ist somit für das Tier ideal - ist dafür aber etwas aufwendiger in der Planung und kann durch das Terrarium auch etwas mehr Arbeit bei der Reinigung bedeuten.

Grundsätzlich ist es ratsam seine Tiere einzeln zu halten - ein Gruppenhaltung ist zwar auch möglich kann aber zu Problemen führen.
Zum einen kann es passieren, dass zwei Männchen einen Kommentkampf über ihr "Revier" austragen - ein Pärchen wiederum kann zu einer ungewollten Paarung führen. Wenn dabei das Weibchen auch noch zu jung ist, kann dies zu gesundheitlichen Problemen führen.

Temperatur

Da der Königspython aus Afrika kommt und dort die Temperaturen natürlich höher sind als bei uns, benötigt er auch höhere Temperaturen.
Unter Tags sollten die Temperaturen im Terrarium von einer Seite zur anderen ein Temperaturgefälle von 28 - 32° haben - zusätzlich sollte es einen lokalen Sonnenplatz von bis zu 35° geben.
Nachts sollte man die Temperaturen um 2-4° absenken.

Luftfeuchtigkeit

Die relative Luftfeuchtigkeit für den Königspython sollte in einem Berreich von ungefähr 60%rF liegen.
Zusätzlich kann man eine Wetbox anbieten, in der die Luftfeuchtigkeit bis nahezu 100%rF reichen kann. Vor allem während der Häutung ist eine Wetbox sehr gut um eine einwandfreie Häutung des Python zu unterstützen.
Eine generelle Haltung bei zu hoher Luftfeuchtigkeit ist zu vermeiden, da die falsche Luftfeuchtigkeit Krankheiten wie z.B. eine Lungenentzündung begünstigen kann. Genauso ist eine Haltung bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit genauso schlecht und kann genauso verschiedene Krankheiten begünstigen.

Fütterung

Der Königspython hat von Natur aus ein sehr großes Nahrungsspektrum das man in der Haltung nicht bieten kann.
In der Haltung gibt es aber dennoch verschiedene Futtertiere die man dem Python bieten kann. Dies reicht von Mäuse über Vielzitzenmäuse bis zu Ratten und andere Nagetiere.
Allerdings kann es passieren, vor allem bei Vielzitzenmäuse, dass sich der Python an gewisse Futtertiere gewöhnt und andere Futtertiere nicht mehr angenommen werden. Eine Umstellung auf andere Futtertiere kann dann schon fast an Arbeit grenzen.
Die Futtertiere können lebendig, sowie auch tot angeboten werden wobei nicht alle Pythons totes Futter akzeptieren. Ein Vorteil der Tot-Fütterung ist, dass das Verletzungsrisiko für den Python praktisch auf 0 sinkt - lebendige Nagetiere können im schlimmsten Fall einen Python so schwer verletzen dass dieser an den Verletzungen verstirbt.
Ein kleiner Trick um Problemschlangen an totes Futter zu bekommen ist den Kopf der toten Futtertiere mit einem Fön anzuwärmen. Damit ist die Akzeptanz bei einigen Tieren besser aber damit bekommt man auch nicht alle Tiere an Totfutter.
Wichtig bei der Fütterung von Frostfutter ist, dass dieses vollständig aufgetaut und warm (mind. 32°C besser 38-39°C Kerntemperatur) ist. Andernfalls kann es zu schweren Stoffwechselstörungen beim Python führen.
Wie viel und wie oft man seine Schlange füttert lässt sich pauschal nicht beantworten. Das hängt immer vom Tier selbst ab. Eines ist aber sicher - er frisst ob er Hunger hat oder nicht. Dies kann auch dazu führen, dass man seine Tiere überfüttert und sie an Fettleibigkeit leiden und schwer erkranken bzw. auch sterben können.
Genauso ist eine regelmäßige Fütterung in zu kurzen Abständen unbedingt zu vermeiden. Die Leber vergrößert sich nach einer Fütterung zum Verdauen und bildet sich wieder zurück. Wenn man hier zu schnell hintereinander füttert, hat die Leber keine Zeit mehr um sich zu regenerieren und es kann in Folge zu einem Organschaden führen.
Es hat sich bisher bewährt seine Tiere einmal wöchentlich zu füttern - Jungtiere können in der Aufzucht auch öfters gefüttert werden - in etwa alle 5 Tage. Bei erwachsene Tiere reicht es in der Regel diese nur alle 1-2 Wochen zu füttern.
Man muss dabei aber immer ein Auge auf seine Tiere werfen. Wenn die Relation von Länge zu Gewicht nicht stimmt und die Tiere "fett" wirken sollte man weniger füttern. Wenn er nur alle 2 Wochen Futter bekommt ist es bei einem zu gut ernährten Tier zum Wohle der Tiere und gut für die Lebenserwartung.